“Unsere ganze europäische Kultur bewegt sich seit langem schon
mit einer Tortur der Spannung, die von Jahrzehnt zu Jahrzehnt wächst, auf
die Katastrophe los.”; dieses Zitat zeigt
Nietzsche als Visionär. Dass ausgerechnet Nietzsche, der im Gegensatz
zu Wagner jede Form des Antisemitismus ablehnte den Nazis Begriffsbildungen
(Übermensch, Herrenmoral, Wille zur Macht) für ihre faschistischen
Parolen lieferte zeigt den Mißbrauch den die Nazis mit vielen deutschen
Philosophen und Schriftstellern getrieben haben.
Auch hat er die Absurdität des Fortschrittglaubens durchschaut. Als ob
er die Folgen der technischen-wissenschaftlichen Zivilisation geahnt hätte
schreibt er in seinem Nachlaßfragment: “Es ist alles glatt und
gefährlich auf unserer Bahn, und dabei ist das Eis, das uns trägt, so
dünn geworden: Wir fühlen alle den warmen unheimlichen Atem des
Tauwinds - wo wir noch gehen, da wir bald niemand mehr gehen
können.”
Am 25. August 1900 starb er in Weimar.
Weitere Werke: - Die Dämmerung (1881)
- Jenseits von Gut und Böse (1886)
- Zur Genealogie der Moral (1887)
- Der Fall Wagner (1888)
- Die Götzendämmerung (1888)
- Ecce Homo (1888)
Quellen: - Gedichte der Philosophie, Curt Friedlein
- Friedrich Nietzsche, Eine bürgerliche Tragödie; Horst
Althaus
- Liengen Lexikon, Band 13
- Die Grossen, Band VIII/2
- Sofies Welt, Jostein Gaarder
- Nietzsche, Ivo Frenzel
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